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Investor Relations

Auszug aus Pressegespräch am gestrigen Tage zu Fragen der Sanierung des Envio-Geländes im Dortmunder Hafen

Dienstag, 24.08.10

Dortmund, 24. August 2010 - Im Rahmen eines Pressegespräches am gestrigen Tage zu Fragen der Sanierung des Envio-Geländes im Dortmunder Hafen erklärte Dr. Dirk Neupert, Geschäftsführer der Envio Recycling GmbH & Co. KG unter anderem:

[…]

"Es tut uns und mir persönlich sehr leid, dass viele unserer Produktionsmitarbeiter und auch Mitarbeiter anderer Firmen aufgrund der bei ihnen gemessenen PCB-Blutwerte jetzt in großer Sorge um ihre Gesundheit sind. Und dass sie Ängste haben.

Es tut uns sehr leid, dass dadurch auch Angehörige unserer Mitarbeiter betroffen sind.

Wir bedauern, wenn durch die leider nicht mehr vermeidbaren Kündigungen bei den Mitarbeitern jetzt auch noch finanzielle Sorgen hinzukommen.

Wir können diese Vorkommnisse leider nicht ungeschehen machen. Wir können nur versuchen, eine intensive und vor allem konstruktive und lösungsorientierte Aufarbeitung des Geschehenen vorzunehmen. Und das tun wir: Seit der Stilllegung arbeiten wir zusammen mit unseren Gutachtern und - soweit möglich - mit den Behörden an der Aufarbeitung der Vorkommnisse.

Lassen Sie mich aber an dieser Stelle noch einmal unterstreichen: Wir weisen die immer wieder erhobenen Vorwürfe, kriminell gehandelt zu haben, mit allem Nachdruck zurück, dies gilt auch für den Vorwurf, wir hätten unsere Mitarbeiter wissentlich den hohen Belastungen ausgesetzt. Beide Vorwürfe sind absurd.

Wir sind seit der Stilllegung der Produktion am 20. Mai sämtlichen Forderungen der Behörden nachgekommen. Dazu gehörten zum Teil auch solche Forderungen, die unsere Gutachter aufgrund der momentan bekannten Faktenlage nicht nachvollziehen konnten.

Es geht uns aber nicht um Beschuldigungen, sondern um eine sachgerechte Aufarbeitung, um belastbare Fakten und um Lösungen.

Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten die Sanierungsarbeiten mit erheblichem - auch finanziellem - Aufwand durchgeführt. Es wurden die Verkehrswege - weitgehend ohne das Bestehen einer sanierungspflichtigen Belastung - mehrfach gereinigt.

Die Reinigung der unbefestigten Außenflächen ist inzwischen vollständig abgeschlossen, die der befestigten Flächen wird nach unseren Informationen voraussichtlich Mitte der Woche beendet.

Wir bedauern es sehr, dass wir die Sanierungsarbeiten nun nicht mehr in Eigenregie beenden können. Aber nach aktueller Sachlage kann unser Unternehmen die von NRW-Umweltministerium und Bezirksregierung zusätzlich zu den Sanierungskosten geforderte Sicherheitsleistung in Höhe von 1,5 Mio. Euro nicht erbringen. Deshalb haben wir am 11. August die Reinigungsarbeiten im Außenbereich zunächst eingestellt.

Wir haben die verwaltungsgerichtliche Prüfung der behördlichen Anordnung zur Hinterlegung der Sicherheitsleistung veranlasst. Damit wird die wesentliche Voraussetzung für eine Wiederaufnahme der Sanierungsarbeiten geschaffen.

In verschiedenen Gesprächen mit Stadt und Bezirksregierung haben wir unsere Konzepte vorgestellt. Die Bezirksregierung hat aber in den letzten Wochen - entgegen der Auffassung unabhängiger Gutachter und Experten - alle konkreten Vorschläge der Envio Recycling GmbH & Co. KG zurückgewiesen: Die Bezirksregierung war nicht bereit, dem Abverkauf nachweislich unbelasteter Materialien und der Wiederaufnahme der Verwertung zumindest von unbelasteten Transformatoren zuzustimmen. Das ist ein Geschäft, wie es die vielen anderen Schrottbetriebe in Dortmund auch betreiben. Und da diese Transformatoren PCB-frei sind - das wollen und können wir auch lückenlos belegen - würde von einem solchen Betrieb keinerlei Gefahr für Mensch und Umwelt ausgehen.

Wir haben bisher energisch dafür gekämpft, unseren Mitarbeitern weiter eine berufliche Perspektive bieten zu können. Viele Mitarbeiter haben von sich aus bestätigt, dass sie bei der Wiederaufnahme des Betriebes wieder bereit sind, für uns zu arbeiten.

Wir können die Haltung des Umweltministeriums und der Bezirksregierung nicht nachvollziehen. Denn eine teilweise Wiederinbetriebnahme und der Verkauf erwiesenermaßen unbelasteter Materialien würden uns in die Lage versetzen, die behördlichen Auflagen aus eigener Kraft zu erfüllen und die Reinigung erfolgreich abzuschließen.

Mit den zu erwartenden Erlösen könnten wir die komplette Reinigung des Geländes und der Hallen stemmen. Eine solche Lösung wäre also im Interesse der Allgemeinheit und im Interesse unserer Mitarbeiter. Auch wollen wir so den Standort und die über 200 Arbeitsplätze der Mieter auf unserem Gelände sichern.

Lassen Sie mich dazu ganz deutlich betonen: Es geht uns nicht darum, dass wir die restliche Sanierung des Geländes nicht bezahlen wollen, es geht uns allein darum, dass die Hinterlegung der Sicherheitsleistung kein geeignetes Mittel ist, dieses Ziel zu erreichen.

Falls die kurzfristige Anforderung der Sicherheitsleistung aufrecht erhalten wird, erzwingen Land und Bezirksregierung faktisch, dass die Allgemeinheit die Kosten der weiteren Sanierungsmaßnahmen zu tragen hätte. Denn in diesem Falle wäre die Stadt Dortmund als Eigentümer des Grundstückes dazu verpflichtet.

Das möchten wir nicht, weil wir zu unserer Verantwortung stehen.
Wir tun deshalb alles, um dies zu verhindern.

Parallel dazu laufen inzwischen sehr intensive Untersuchungen zu den Ursachen der PCB-Belastungen durch externe Gutachter. Im Rahmen des laufenden Verfahrens wurde inzwischen ein weiteres renommiertes Gutachterbüro eingeschaltet, um hier schneller zu aussagekräftigen Ergebnissen zu kommen. Diese Gutachter beschäftigen sich selbstverständlich auch mit anderen möglichen Quellen der beobachteten Belastungen

1.            Emissionen, die allein aus dem genehmigungskonformen Betrieb der Anlage resultieren
2.            Verschleppung aus der Behandlungsanlage durch Fahrzeugverkehr (Stapler, LKWs)
3.            Altlasten: der Standort existiert seit über 50 Jahren. In dieser Zeit wurde immer mit ölhaltigen Transformatoren, Generatoren, Motoren und so weiter gearbeitet, die, insbesondere bis zur Einführung der PCB-Verbotsverordnung im Jahr 1989 aber auch noch danach teilweise PCB-haltig waren. Ein Beispiel: Der Bereich Transformatorenservice der ABB hat noch bis in die jüngste Zeit Ölwechsel an PCB-haltigen Transformatoren hier am Standort durchgeführt.
4.            Weitere PCB-Quellen im Hafengebiet (davon spricht das LANUV im Zusammenhang mit der Auswertung der letzten Staubmessungen)

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir zu diesen einzelnen Punkten heute noch keine weiteren Aussagen treffen können
            -            erstens, im Hinblick auf das laufende Ermittlungsverfahren
-            zweitens, weil noch keine abschließenden Ergebnisse vorliegen!

[…]

Über die Envio AG:
Die Envio AG ist ein Full-Service-Anbieter im Bereich Umweltdienstleistungen. Die Kernkompetenz des Unternehmens liegt in der Dekontaminierung, Verwertung und Entsorgung PCB-haltiger Transformatoren. Auf diesem Gebiet zählt die Envio AG - 2004 im Rahmen eines Management-Buy-Out aus dem ABB-Konzern entstanden - zu den führenden Anbietern weltweit. Ein zentraler Wettbewerbsvorteil des Unternehmens ist die Schlüsseltechnologie LTR² (Low-Temperature Rinsing), welche zu den sichersten und umweltfreundlichsten Verfahren zur Dekontaminierung belasteter Transformatoren zählt. Neben der PCB-Entsorgung ist die Envio AG auch in der Verwertung schadstofffreier Transformatoren tätig. Ein weiteres und besonders zukunftsweisendes Geschäftsfeld der Envio AG ist der Bau und Vertrieb von Biogasanlagen. Es handelt sich hierbei um spezielle Verwertungsanlagen für organische Abfälle sowie Anlagen für den gesamten landwirtschaftlichen Bereich. Das Portfolio umfasst darüber hinaus Kompakt-Biogasanlagen, Gärrestaufbereitung sowie Biogasaufbereitung auf Erdgasqualität mittels Membrantechnologie.

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